Home / Geschäft und Politik / HUP schlägt vor, EU-Mittel zur Stärkung der Resilienz zu nutzen

HUP schlägt vor, EU-Mittel zur Stärkung der Resilienz zu nutzen

Bei der zweiten Sitzung des Kroatischen Arbeitgeberverbands wurden zentrale Themen für die kroatische und europäische Wirtschaft erörtert, darunter das Potenzial, das der Mehrjährige Finanzrahmen der Europäischen Union (MFF) für den Zeitraum 2028-2034 für die kroatische Wirtschaft mit sich bringt, sowie die Notwendigkeit, das System der Krankheitsurlaub in Kroatien zu reformieren.

EU-Haushalt: Größere Flexibilität und Resilienz erforderlich

Der Vorstand von HUP warnte vor den Herausforderungen, die sich aus dem Abschluss des Instruments Next Generation EU (NGEU) ergeben, und der gleichzeitigen Notwendigkeit, die gemeinsame europäische Schulden zurückzuzahlen. Dies könnte zu einer erheblichen Reduzierung der insgesamt verfügbaren Haushaltsmittel für wichtige Politiken führen – um bis zu 60 Prozent im Vergleich zum vorherigen Haushaltsrahmen. Daher schlägt HUP vor, das Potenzial, das Mittel aus dem neuen MFF für die kroatische Wirtschaft bringen können, vollständig zu nutzen, indem größere Flexibilität in den Programmrahmen, häufigere Bewertungen der Effizienz von Haushaltspositionen und eine effizientere Umverteilung ungenutzter Mittel auf Prioritäten und vielversprechende Projekte in fortgeschrittenen Vorbereitungsphasen (Verteidigungssystem, Energiesektor usw.) gefördert werden.

Aufgrund zunehmender Sicherheitsherausforderungen betont HUP die Notwendigkeit, die Mittel für die Verteidigung zu erhöhen sowie die Unterstützung für Investitionen in Forschung und Innovation, Energiewende und Forschung und Entwicklung aufrechtzuerhalten. Um die Investitionen in F&E zu erhöhen, ist eine Erhöhung der Mittelzuweisung für diesen Zweck erforderlich, die durch gezielte Programme auf nationaler Ebene erreicht werden kann.

Die Erweiterung des Mandats von Institutionen wie der EIB, EBRD und nationalen Entwicklungsbanken wird unterstützt, ebenso wie die Aufhebung sektoraler Ausschlüsse, einschließlich des Verteidigungssektors.

HUP setzt sich für die Vereinfachung der EU-Finanzinstrumente, einen Fokus auf Projekte mit hohem Mehrwert und die Entwicklung eines paneuropäischen Kapitalmarktes sowie zugänglicherer Eigenkapitalinstrumente ein. Sie unterstützen auch die Einführung einer ‚Made in EU‘-Klausel als Instrument zur Stärkung der europäischen Lieferketten für kritische Rohstoffe, zusammen mit einem ausgewogenen Ansatz im internationalen Handel.

Abschließend betont HUP, dass wir durch gezielte Politiken und Programme den neuen MFF nutzen können, um die Resilienz und Wettbewerbsfähigkeit der kroatischen Wirtschaft zu stärken, den grünen und digitalen Übergang mit EU-Mitteln zu beschleunigen und die Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Unternehmen zu erhöhen.

Vorschlag zur Reform des Krankheitsurlaubs: Belastung für Arbeitgeber reduzieren

Der Kroatische Arbeitgeberverband hat auch eine Stellungnahme an das Gesundheitsministerium bezüglich des Vorschlags für das Gesetz über Änderungen des Gesetzes über die obligatorische Krankenversicherung eingereicht.

HUP schlägt vor, die Anzahl der vom Arbeitgeber bezahlten Krankheitstage von 42 auf 7 Tage zu reduzieren, um ein gerechteres System zu schaffen und Missbräuche des Krankheitsurlaubs zu verringern.

Das aktuelle System wirkt sich negativ auf die Produktivität aus, schafft Ungerechtigkeiten unter den Mitarbeitern und stellt eine erhebliche finanzielle Belastung für die Arbeitgeber dar.

HUP hat internationale Vergleiche in seiner Stellungnahme einbezogen, die zeigen, dass Kroatien eines der großzügigsten Systeme für Krankheitsurlaub in der EU hat.

Beispiele aus anderen Ländern:

  • Polen – 33 Tage (14 für Personen über 50 Jahre),
  • Slowenien – 30 Tage,
  • Spanien, Ungarn, Schweden – 14-15 Tage,
  • Slowakei – 10 Tage,
  • Finnland, Lettland – 9 Tage,
  • Rumänien, Irland – 5 Tage,
  • Litauen, Bulgarien – 2 Tage,
  • Zypern und Portugal – kein Krankheitsurlaub auf Kosten des Arbeitgebers.

HUP betont, dass die Arbeitgeber neben den Gesundheitsbeiträgen auch die Kosten für Lohnersatz und betriebliche Verluste aufgrund von Abwesenheiten tragen. Angesichts der Tatsache, dass der Kroatische Gesundheitsfonds (HZZO) im Jahr 2024 einen Einnahmeüberschuss von fast 460 Millionen Euro erzielt hat und weiteres Einnahmewachstum erwartet wird, gibt es sicherlich fiskalischen Spielraum zur Entlastung der Arbeitgeber.

HUP fordert das Gesundheitsministerium zu einem offenen Dialog über die Reform des Krankheitsurlaubs auf und erklärt sich bereit zur weiteren Zusammenarbeit, die auf ein gerechteres, nachhaltigeres und wettbewerbsfähigeres Gesundheitssystem im Einklang mit europäischen Praktiken abzielt.