Die Verwaltung des US-Präsidenten Donald Trump hat eine offizielle Untersuchung gegen Harvard eingeleitet, wie die Universität mit den jüngsten pro-palästinensischen Protesten auf dem Campus umgegangen ist. Das Bildungsministerium setzt Mechanismen ein, die zur Rücknahme von Bundesmitteln führen könnten, einschließlich der Beendigung des Zugangs zu Studienkrediten – was im Extremfall die finanzielle Nachhaltigkeit dieser Institution gefährden könnte.
Die Entscheidung hat innerhalb der akademischen Gemeinschaft Besorgnis ausgelöst und die Frage des politischen Drucks auf Universitäten aufgeworfen, insbesondere auf solche mit einem ausgeprägten liberalen Profil. In einer exklusiven Erklärung gegenüber Lider verurteilte der Ökonom Dejan Kovač, ein Postdoktorand an Harvard und ehemaliger Forscher an Princeton, scharf solche politischen Eingriffe in die akademische Autonomie.
– Diese Entscheidung ist weder zufällig noch technisch, sondern zutiefst politisch. Es ist ein Versuch, wissenschaftliche Institutionen zu delegitimieren, die es wagen, anders zu denken. Universitäten sind nicht nur Bildungsstätten – sie sind Verteidiger des kritischen Denkens. Wenn das weggenommen wird, verlieren wir nicht nur die akademische Freiheit, sondern auch die intellektuelle Sicherheit der Gesellschaft – sagte Kovač und fügte hinzu, dass das Ziel solcher Maßnahmen darin besteht, die ’so genannten liberalen Machtzentren‘ zu ‚zerstören‘, zu denen die Eliten der Ivy-League-Universitäten wie Harvard und Princeton gehören.
Die Trump-Administration beschuldigte Harvard, während der Proteste ‚die Studenten nicht geschützt‘ zu haben, und nannte angebliche Beispiele für Antisemitismus. Viele Wissenschaftler weisen jedoch darauf hin, dass das eigentliche Ziel nicht darin besteht, die Studenten zu schützen, sondern zu versuchen, die Rolle der Universitäten in der amerikanischen Gesellschaft neu zu definieren. Andererseits erinnert Kovač daran, dass die Wissenschaft im Laufe der Geschichte selbst unter schwierigeren Umständen fortbestehen konnte.
– Die Akademie, wie wir sie kennen, existiert seit Sokrates, Platon und Aristoteles – seit mehr als 2000 Jahren – und niemand hat das Recht, akademische Freiheiten zu konditionieren, nicht einmal unter Androhung der Rücknahme von Mitteln. Ich stehe hinter Harvard und Princeton. Wir müssen diese Angriffe mit verlorenen Milliarden überstehen, aber die akademische Integrität bewahren – erklärte er.
Ein starker finanzieller Schlag
Die Untersuchung, die vom Büro für Bürgerrechte im Bildungsministerium (OCR) eingeleitet wurde, ist nur eine von vielen politischen Manövern Trumps, um Universitäten zu disziplinieren, die seiner Meinung nach ‚amerikanische Werte untergraben‘. Kovač betont jedoch, dass solche Maßnahmen tiefgreifende Folgen für den wissenschaftlichen Sektor haben könnten, einschließlich eines potenziellen Brain Drain aus den USA.
