Die Ankündigung von Gesundheitsministerin Irene Hrstić, dass alle privaten Gesundheitseinrichtungen ab dem 1. Januar an CEZIH angeschlossen werden müssen, hat eine Reihe von Fragen aufgeworfen, insbesondere unter den privaten Gesundheitsanbietern. Das neue Regime, das mit dem Ziel eingeführt wird, die Aufsicht über die doppelte Beschäftigung von Ärzten zu stärken, wird vollständige technische und administrative Anpassungen des privaten Sektors an ein System erfordern, das bisher ausschließlich für die öffentliche Gesundheit reserviert war.
Wie die Ministerin betonte, sollte die Nutzung von CEZIH Transparenz bei der Beschäftigung von Ärzten des öffentlichen Gesundheitswesens im privaten Sektor gewährleisten, während die Länge der Wartelisten weiterhin ein entscheidendes Kriterium für die Genehmigung zusätzlicher Arbeiten sein wird. Die IT-Community warnt jedoch vor möglichen technischen Problemen, und private Einrichtungen hinterfragen, wie weitreichend die Folgen der Verpflichtung zur Weitergabe sensibler Daten an das staatliche System sein werden. HUBOL warnte auch, dass Ärzte aufgrund langer Wartelisten unfairen Sanktionen ausgesetzt sind, obwohl sie behaupten, dass diese nicht das Ergebnis ihrer Arbeit, sondern vielmehr der Organisation des Systems sind.
Um Einblick in die Perspektive des privaten Sektors zu erhalten, sprachen wir mit Željka Velnić Miculinić, der Gründerin von Centrodenta, einer privaten Einrichtung im Bereich der Zahnmedizin.
Integration mit CEZIH
Auf die Frage, was die Integration in CEZIH für Centrodent bedeutet, betont Velnić Miculinić, dass es sich um einen äußerst anspruchsvollen Prozess mit potenziell schwerwiegenden Folgen für das Geschäft handelt.
– Für Centrodent sowie für alle privaten Gesundheitseinrichtungen bedeutet die Integration in CEZIH sehr bedeutende finanzielle, technische und administrative Anpassungen. Die Migration solcher Daten in das neue System ist praktisch nicht machbar und könnte die Kontinuität der Betriebsabläufe ernsthaft gefährden – sagte Velnić Miculinić.
Sie fügt hinzu, dass private Anbieter zum ersten Mal die Verpflichtung erhalten, täglich Daten an die staatliche Datenbank zu übermitteln, was eine neue administrative Belastung mit sich bringt, ohne eine Entschädigung für die zusätzlich aufgewendete Zeit. Darüber hinaus warnt sie vor dem Problem der Patientenidentifikation über MBO, das private Einrichtungen bis jetzt nicht anfordern durften.
– Die Frage stellt sich: Was passiert, wenn ein Patient sich weigert, seine Gesundheitskarte oder sein MBO vorzulegen? In diesem Fall könnten wir möglicherweise nicht einmal den Service anbieten… Das ist eine völlig neue Situation für uns – sagte Velnić Miculinić.
Eine besondere Herausforderung betrifft ausländische Patienten, von denen es in der Zahnmedizin viele gibt, und die, so behauptet sie, zu Wettbewerbern im Ausland wechseln könnten, wenn sie zu dem Schluss kommen, dass ihre Daten nicht ausreichend geschützt sind.
Ungewisse Kosten und das Risiko von Softwarewechseln
Der finanzielle Aspekt der Integration ist ebenfalls unbekannt. Obwohl sie sich sicher sind, dass die Kosten hoch sein werden, haben private Anbieter noch nicht einmal grobe Schätzungen.
– Derzeit haben wir nicht einmal eine grobe Kostenschätzung, da Softwarehersteller keine vollständigen technischen Spezifikationen haben, nach denen sie ein zuverlässiges Angebot erstellen könnten. Darüber hinaus hat der Hersteller unserer Software keine klare oder auch nur grobe Schätzung, wie viel es kosten würde, die Verbindung zu CEZIH zu entwickeln, gerade weil es sich um einen äußerst komplexen Prozess handelt. Wir als Nutzer haben daher in diesem Moment keine Vorstellung davon, welchen Preis wir erwarten sollten. Die einzige Gewissheit ist, dass die Integration nicht ein paar hundert Euro kosten wird, sondern in den Tausenden von Euro liegen wird, wobei der endgültige Betrag völlig unbekannt und potenziell erheblich höher sein könnte, abhängig von der Komplexität der Anpassungen und dem Arbeitsaufwand, der erforderlich ist, um das private System mit dem öffentlichen in Einklang zu bringen – sagte Velnić Miculinić.
