Digitale Arbeitsformen und Fernbeschäftigung sind nicht mehr die Zukunft, sondern die Realität des modernen Arbeitsmarktes. Dieses Thema steht im Mittelpunkt des Forschungsprojekts Von realen zu virtuellen Migrationen – VRtualM, das vom Forschungsteam des Instituts für Migrationsforschung (IMIN) durchgeführt wird. Die Umfrage wurde im Juni und Oktober 2025 unter 1200 Studierenden aus ganz Kroatien, hauptsächlich im Alter von 20 bis 22 Jahren, durchgeführt und liefert wertvolle Einblicke in die Einstellungen der zukünftigen Arbeitskräfte zur Digitalisierung des Arbeitsmarktes und zur Fernarbeit.
Die zentrale Forschungsfrage konzentrierte sich auf die Bereitschaft der neuen Generation, die mit digitalen Technologien aufgewachsen ist, in eine neue Dimension der Arbeit, d.h. in die digitale Fernarbeit, einzutreten. Erstmals in der Geschichte kann dank digitaler Technologien die Richtung der Migration umgekehrt werden: Arbeitsplätze bewegen sich zu den Beschäftigten, nicht die Beschäftigten zu den Arbeitsplätzen.
Die Forschungsergebnisse zeigen, dass fast einer von fünf Studierenden davon träumt, ‚remote‘ für einen ausländischen Arbeitgeber aus Kroatien zu arbeiten. Ganze 70 Prozent der Befragten halten digitale Arbeitsformen für wünschenswert, während 55 Prozent sie speziell im Kontext der Arbeit für ausländische Organisationen von ihrem Wohnort aus als wünschenswert erachten. Mehr als 40 Prozent der Studierenden glauben, dass solche Arbeitsformen eine optimale Arbeitseffizienz im Vergleich zu traditionellen Bürobedingungen erreichen können, und 72 Prozent betonen, dass digitale Arbeitsformen sich positiv auf die Arbeitszufriedenheit und die Arbeitsmotivation auswirken.
Obwohl die Studierenden mit digitalen Arbeitsformen weitgehend vertraut sind, glauben 41 Prozent von ihnen, dass ihr Umfeld gut informiert und sich der Herausforderungen bewusst ist, die sie mit sich bringen. So schätzen 45 Prozent der Befragten, dass digitale Arbeitsformen auch negative Folgen für die Beschäftigten haben, während 55 Prozent glauben, dass sie soziale Kontakte reduzieren und zu digitaler Isolation führen können. Das ideale Modell für die Arbeit von zu Hause wird am häufigsten als Kombination aus zwei bis drei Tagen Arbeit außerhalb des Büros genannt.
Digitale Transformation hat den Arbeitsmarkt verändert
Projektleiterin Maja Vizjak, betont, dass die Idee für die Forschung aus jahrelanger Arbeit mit Studierenden und dem Bedarf, sie auf einen sich schnell verändernden Arbeitsmarkt vorzubereiten, entstanden ist.
– Sie sind die heutigen Veränderungsgeneratoren, und indem sie in den Arbeitsmarkt eintreten, bringen sie ihre Werte sowohl lokal als auch global mit. Sie sind sich bewusst, dass ihre zukünftigen Arbeitsplätze nicht in ihrer unmittelbaren Umgebung sind, sondern dass die ganze Welt ihr potenzielles Büro ist – ohne Koffer zu packen und emotionale Abschiede, sondern indem sie einen Laptop oder ein Smartphone einschalten und Zugang zu WLAN haben – betont Vizjak.
Das Phänomen des digitalen Nomadentums wird besonders im Kontext neuer Migrationsmuster hervorgehoben. Mirela Holy warnt, dass digitale Nomaden eine neue Art von Migranten darstellen, die oft Privilegien und positive Wahrnehmungen in den Gastländern genießen, im Gegensatz zu traditionellen Arbeitsmigranten.
