Neujahrsvorsätze sind am ehesten mit dem Start eines Rennens vergleichbar. Man tritt mit Hoffnung und Enthusiasmus ins neue Jahr, mit der Idee, eine neue persönliche Bestleistung zu erreichen. Doch bis Mitte Januar beginnt das Tempo nachzulassen. Zu Beginn des Februars haben viele bereits aufgegeben. Unbarmherzige Statistiken zeigen, dass bis zu 80 Prozent der Neujahrsvorsätze scheitern bis zum Beginn des trügerischen Februars. Hinter diesem schlechten Ergebnis steht nicht nur die Tatsache, dass man mit unrealistischen Erwartungen und überambitionierten Ideen ins neue, bessere, hellere Jahr startet, sondern auch das moderne Geschäftsleben und schlecht gesetzte Entscheidungen.
Wenn es um das Geschäftsleben geht, wird nach Silvester schnell klar, dass der Januar nichts anderes ist als der Dezember, nur dunkler, mit weniger Lichtern, aber ebenso vollen Postfächern und geschäftlichen Verpflichtungen. Dieses Arbeitstempo erfordert Disziplin und Fokus, sodass Neujahrsvorsätze oft im Aufräumen eines überlasteten Zeitplans leiden. Um dies zu verhindern, ist es wichtig, dass Neujahrsvorsätze weise und strategisch gefasst werden, nicht auf flüchtiger Motivation (Neues Jahr, yay!) basierend, sondern auf einer soliden Struktur.
Statt sich also zu fragen, ob man diszipliniert genug ist, um eine bestimmte Aufgabe zu erledigen (z.B. Ich laufe, ich lese, ich esse gesund), stellen Sie sich die folgenden drei Fragen: Wie kann diese Aufgabe zur Gewohnheit werden? Wie kann sie in Ihre bestehende Routine passen? Und wie können Sie die Anzahl der Entscheidungen, die Sie bereits treffen, reduzieren oder sie durch qualitativ hochwertigere ersetzen? Die effektivsten Neujahrsvorsätze sind in der Regel leise und unauffällig, erfordern keinen besonderen täglichen Aufwand; sie konzentrieren sich auf Struktur, auf Strategie, nicht auf Ziele.
