Als die Autorin dieser Zeilen diesen Sommer in Wien zu einem Treffen mit Vertretern einer österreichischen Bank war, fragten sie mich im informellen Teil des Treffens, welches das aktuelle heiße wirtschaftliche Thema in Kroatien sei. – Inflation – antwortete ich, inspiriert von den frischen Daten, die an diesem Tag veröffentlicht wurden und die zeigen, dass Kroatien weiterhin zu den Top-Mitgliedern der Eurozone in Bezug auf das Preiswachstum gehört. – Ist Inflation für Sie immer noch ein relevantes Thema? – fragten meine Gastgeber etwas ungläubig, da die Inflation in Österreich bis 2024 unter zwei Prozent gefallen war.
Warum die Inflation in Kroatien hartnäckig seit drei Jahren nahe vier Prozent bleibt, gemessen am nationalen Verbraucherpreisindex, ist eine Frage, auf die selbst viele gelehrte wirtschaftliche Köpfe keine klare (und einfache) Antwort haben. Es gibt viele Gründe, und jeder schiebt die Verantwortung an den anderen in der Kette. Da niemand schuld ist, ist es auch nicht die Regierung von Premierminister Andrej Plenković. Das zeigt sich in seinen Bemerkungen bei der letzten Sitzung im Jahr 2025, wo er in seinem wirtschaftlichen Rückblick auf die Inflation einging.
Indem er erklärte, dass er sich bewusst ist, dass die Verwundbarsten am stärksten betroffen sind, rezitierte der Premierminister alle Maßnahmen zur Begrenzung des Preiswachstums in einem Atemzug. Er wies auch darauf hin, dass er Verantwortung und einen deutlich größeren Beitrag von allen Marktakteuren im Kampf gegen die Inflation erwartet, denen, wie er betonte, ‚der Staat während der Krisen sicherlich geholfen hat.‘ Allerdings erinnerte er im praktisch zweiten Satz an den verabschiedeten Staatshaushalt für 2026, der darauf abzielt, das Wachstum von Löhnen, Renten und Sozialleistungen fortzusetzen. Wenn Sie es vergessen haben, werden in diesem Jahr 8,8 Milliarden Euro allein für die Gehälter der Mitarbeiter im ‚öffentlichen Dienst‘ bereitgestellt, was 400 Millionen Euro mehr ist als im letzten Jahr.
