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Das verlorene Jahrzehnt: Die Industrie erreichte erst im letzten Jahr die Produktionsniveaus von 2008

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Die industrielle Produktion ('real', verarbeitende Industrie, ohne Bergbau, Energie- und Wassersektoren) erreichte im letzten Jahr nur die Ergebnisse vor der Rezession. Laut den neuesten Daten des DZS belief sich die Produktion im letzten Jahr auf 112,93 Milliarden Kuna, was nur 0,1 Prozent höher ist als 2008, oder 154 Millionen Kuna. Wenn die Inflation hinzugerechnet würde, wäre die Berechnung noch ernüchternder.

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Datenquelle für die zehn größten Sektoren: DZS
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—Die Ära der Schwerindustrie ist längst vorbei, aber es werden nicht mehr nur Lokomotiven und Schiffe gezählt. Heute umfassen die Statistiken nicht nur Sektoren mit zerstörter Produktion in Eisenwerken und Werften, sondern auch die anspruchsvollsten IT-Produkte, einschließlich solcher, die nicht gesehen, gehalten oder berührt werden können, aber ihren Preis (und Nutzen, natürlich) haben.

Kroatien hat einen leicht höheren Anteil der Industrie am Mehrwert als der europäische Durchschnitt von 19,5 Prozent. In den letzten Jahren lagen die heimischen Industriebetriebe unter 30 Prozent des BIP. Vor der Rezession betrug dieser Anteil 32,4 Prozent des BIP. Während des Höhepunkts der Krise stieg dieser Prozentsatz auf 33 Prozent, und wir beendeten das letzte Jahr mit einem Industrieanteil von 29,6 Prozent am BIP.

Dies führt zu der Schlussfolgerung, dass die kroatische Industrie ein bemerkenswert widerstandsfähiger Organismus ist. Die industriellen Überreste haben die Deindustrialisierung überlebt (die eine Voraussetzung für die schnelle anfängliche Kapitalakkumulation neuer Kapitalisten durch den Verkauf von Immobilien zerstörter Fabriken war), und sie durchlief auch die Rezession, die 2009 ausbrach und sieben magere Jahre dauerte, wenn auch mit weniger Opfern als der Rest der Wirtschaft.

Nach der Rezession befinden wir uns jedoch in einer Situation, in der nur außergewöhnliche alte Industrien und neue kleine Unternehmen, die aus Garagen ohne signifikante Fixkosten hervorgegangen sind, gleichberechtigt auf dem globalen Markt konkurrieren können. Der Rest der Industrie ist erschöpft, außer Atem und ohne Geld für neue Investitionen, um mit dem digitalen Zeitalter Schritt zu halten. Dies ist einer der Gründe, warum Uljanik gescheitert ist und warum Đuro Đaković am Rande steht. Wer wird der Nächste sein?