Nein, der Titel ist kein direkter Ratschlag an aktuelle und zukünftige Beamte, die (im kroatischen Fall fast schon als Regel) gerne Gesetze gegen Geld erlassen. Vielmehr ist es eine aus der Praxis gezogene Schlussfolgerung.
Es geht darum, wie die politische Elite, verwoben mit einem geeigneten Teil des Wirtschaftssektors, in den letzten Jahren möglicherweise in der Lage war, die ‚beliebte‘ und ziemlich beschäftigte Adresse in Zagreb zu vermeiden. Warum der Bürgermeister von Zagreb in Remetinec nicht Gegenstand dieses Textes ist. Schließlich waren doch alle Festgenommenen einmal begierig darauf zu vermitteln: Lassen Sie die Institutionen ihre Arbeit tun?
Mehr als eine Korruptionsfrage bleibt die Frage, warum es in den letzten drei Fällen von ‚Schwergewichten‘ – Nadan Vidošević, Marina Lovrić Merzel, Milan Bandić – mehr als zwei Amtszeiten dauerte, bis die Justizmaschine ins Rollen kam. Tatsächlich ergeben sich aus den spektakulären Festnahmen mehrere Fragen. Ist also eine Amtszeit die Obergrenze für die Tolerierung eines ’nepotistischen‘ Regierungsstils? Haben sie (zumindest im Fall der männlichen Festgenommenen) ausschließlich deshalb gelitten, weil sie in der politischen Sturm alleine gelassen wurden, ohne den Schutz der Partei, aus der sie stammten? Sowohl Vidošević als auch Bandić verloren ihren Parteimantel in dem Moment, als sie beschlossen, ihr politisches Schicksal selbst zu gestalten. Sind die Festnahmen ausschließlich das Ergebnis einer Abrechnung mit ehemaligen Mitgliedern der ‚Parteien‘, indirekt diktiert durch Druck auf die Justiz?
Lesen Sie hier.
