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Rechenzentren werden zu Fabriken der künstlichen Intelligenz

<p>Igor Grdić</p>
Igor Grdić

Mit der steigenden Nachfrage nach Rechenleistung, die für das Training und die Nutzung von Modellen der künstlichen Intelligenz erforderlich ist, ändern sich auch die technischen Standards der Rechenzentren, in denen diese Prozesse stattfinden. Aufgrund höherer Energieanforderungen, neuer Kühlmethoden und des Drucks auf eine schnelle Bauweise werden Rechenzentren zu einer Art ‚Fabriken der künstlichen Intelligenz‘.

– Mit dem Aufkommen von KI ist der größte technische Wandel der Übergang von Luft- zu Flüssigkeitskühlung, der zur Notwendigkeit wird – erklärte Igor Grdić, Regionaldirektor für Mittel- und Osteuropa und Mitglied des Vorstands von Vertiv Kroatien, bei dem heutigen Treffen mit Journalisten.

Grdić betonte, dass Rechenzentren kritische Infrastruktur beherbergen, da sie Softwaresysteme für Verkehr, Flugkontrolle oder digitale Dienste betreiben, die niemals ausfallen dürfen.

– Wenn es zu einer Störung kommt, muss es eine Backup-Lösung geben, wie Batterien – bemerkte Grdić.

Vertiv in Kroatien entwickelt und produziert Systeme, die Server und andere IT-Ausrüstung in Rechenzentren mit Strom versorgen, kühlen und unterbringen. In Zagreb entwirft und entwickelt das Ingenieurteam Lösungen, während die Produktion eines großen Teils der Ausrüstung, die zunehmend gefragte und effiziente Fertigmodule umfasst, die weniger Platz benötigen und eine schnellere Bauweise ermöglichen, in der Fabrik in Rugvica stattfindet. Die Hälfte der insgesamt 650 Mitarbeiter in Kroatien arbeitet dort.

Der Umsatz von Vertiv Kroatien betrug 2024 203,8 Millionen Euro, was einem Wachstum von 47,7 Prozent im Vergleich zu 2023 entspricht. Der Gewinn im gleichen Zeitraum stieg von 8,9 Millionen Euro auf 16,6 Millionen Euro, was einem Wachstum von satten 86,5 Prozent entspricht.

Grdić bestätigt, dass im Jahr 2025 ein weiteres Wachstum des Geschäfts von Vertiv erwartet wird, angetrieben durch die Ausweitung der Anwendungen und Anforderungen an künstliche Intelligenz.

Das Interesse am Bau von Rechenzentren wächst

Mit dem wachsenden Interesse an Investitionen in künstliche Intelligenz dringen immer mehr Unternehmen und Investoren in den Bereich der Rechenzentren vor.

– Bis jetzt wurde in diesem Segment hauptsächlich von großen Technologie- oder Industrieunternehmen investiert, aber mit KI tauchen neue Akteure auf, die Rechenzentren für ihre eigenen Bedürfnisse bauen oder an andere vermieten wollen – erklärte Grdić.

Ähnliche Trends bestätigen auch Vedran Brzić, Vizepräsident für Infrastruktur-Lösungen für Europa, den Nahen Osten und Afrika. Seiner Meinung nach ist die Nachfrage nach Infrastruktur gestiegen, und die Bedürfnisse sind erheblich größer als zuvor.

Ein Rack, das früher 10 Kilowatt hatte, ist jetzt zehnmal leistungsfähiger, was einen anderen Ansatz für Energie und Kühlung erfordert – fügte Brzić hinzu.

Er stellte auch fest, dass die drei Hauptprobleme beim Bau von Rechenzentren darin bestehen, eine ausreichende Menge an Energie sicherzustellen, Platz zu finden und die Baugeschwindigkeit. Hier kommen vorgefertigte und modulare Lösungen ins Spiel.

– Investoren wollen, dass das Rechenzentrum so schnell wie möglich in Betrieb geht und Einnahmen generiert, weshalb vorgefertigte Lösungen zunehmend eingesetzt werden. Sie benötigen bis zu 30 Prozent weniger Platz und ermöglichen eine schnellere Inbetriebnahme des Rechenzentrums – erklärte Brzić.

So hat sich die Zeit bis zur ersten Einnahme (time to revenue) als entscheidend erwiesen, und die Lieferzeit für die vorgefertigten Lösungen von Vertiv, beispielsweise 12 Megawatt, beträgt etwa ein Jahr, wobei die Planungsphase am längsten dauert.

Allerdings wird neben neuen Investoren auch erwartet, dass große Unternehmen im Gesundheitswesen, im Transportwesen und im Energiesektor einen erheblichen Bedarf an KI-Kapazitäten haben werden, ebenso wie Telekommunikationsunternehmen.

In Europa werden die meisten KI-Rechenzentren in Skandinavien gebaut

Wie Grdić und Brzić erklärten, kommt die höchste Nachfrage nach solchen Einrichtungen derzeit aus den USA und Asien, während in Europa skandinavische Länder wie Schweden und Norwegen aufgrund verfügbarer Energie und Bedingungen für effizientere Kühlung führend sind. Auch im Nahen Osten, insbesondere in Saudi-Arabien, wachsen die Investitionen schnell.

Es gibt auch zunehmend häufige Absichten und Investitionen von Ländern, die diese Rechenzentren mit wichtigen Daten auf ihrem Boden haben möchten.

Allerdings kann man sagen, dass der Ausbau bestehender Rechenzentren heute unbedingt mit den höheren Anforderungen der künstlichen Intelligenz in Einklang stehen muss.

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